Mickey Smith

Informationen

Name: Mickey Smith
Land: Ireland
Filme: Powers of Three, Lives of the Artist, Dark Side of the Lens

"Vor der Linse meiner Kamera ist alles hell. Das ist, was die Leute sehen. Man weiß, dass es da ist. Wer hinter der Kamera steht, daran denkt man meistens nicht. Deshalb habe ich den Film auch The Dark Side of the Lens genannt."

 

Ein Interview mit Mickey Smith.
Aus: Huck Magazine (12. August 2011, Gemma Freeman)

Der Surf-Fotograf Mickey Smith ist die Leidenschaft in Person. An der wilden Westküste Irlands hat er sich niedergelassen. Sein Arbeitsplatz ist nasskalt, bedrückend und dunkel. Er befindet inmitten der rauen irischen See, deren aufgewühlte Wellen Knochen zerschmettern können. 

Es mag befremdlich erscheinen, dass sich der aus Penzance (Wales) stammende Mickey in dieser lebensgefährlichen Umgebung so wohl fühlt. Dank seiner stets positiven und zugleich bescheidenen Einstellung sieht er die Schönheit dieses Ortes, gerade weil sich Mutter Natur hier von ihrer brutalsten Seite zeigt. Er spürt die Magie, welche in diesen Urgewalten liegt und hat ihr sein Leben gewidmet hat, um sie in Fotos und bewegten Bilder festzuhalten. 

Nachdem er in Powers Of Three und Lives Of The Artists (beide produziert von Relentless Energy) noch vor der Kamera gestanden hatte, wechselt er in nun die Seite und dreht seinen eigenen und sehr persönlichen Kurzfilm Dark Side Of The Lens.

Der Film ist der erste aus der Reihe der Relentless Energy's Short Stories, ein Kurzfilm-Wettbewerb, zu dem Mickey Smith mit Dark Side Of The Lens ein Gesamtkunstwerk besteuert hat, denn auch der Soundtrack und der Off-Text zum Film stammen aus seiner Feder. Gewidmet hat er den Film seiner bereits verstorbenen Schwester. Das Budget betrug £4000. Bei diesem Kurzfilm-Wettbewerb sollten vier Nachwuchs-Filmemacher einen Relentless-Energy-Athleten unter dem Slogan "No Half Measures" in Szene setzen. Der Gewinner wird im Dezember bekanntgegeben und darf sich über weitere £4000 freuen. 

Bei Dark Side of the Lens übernahm Mickey Smith die Regie. Sein enger Freund Willie stand hinter der Kamera und die Musik wurde von Nat Wason von den "Strays" produziert. Der Film ist die perfekte Einstimmung für den Short Stories Wettbewerb 2011. 

Der Film

'"Uns kam die Idee die Dinge aus meiner Perspektive zu betrachten. Keiner weiß etwas über Surf-Fotografie, über die andere Seite im Wasser. Es ist ein seltsames, spezielles Genre und wir dachten, das es interessant sein könnte. Zuerst fand ich es schwierig, denn ich hätte lieber einen eher generellen Ansatz gewählt, doch dann entschieden wir uns den Film persönlicher zu gestalten. Daran konnte ich mich zuerst nicht gewöhnen, aber es hat gut funktioniert. Beim Schreiben war es schwer meinen eigenen Blickwinkel mit dem Genre des Surffilms zu kombinieren. Mein Leben ist nämlich ganz anders. Ich halte mich nicht im Warmen auf. Ich bin einige Male auf Hawaii gewesen, aber eigentlich es das nicht mein Ding – sich im Wasser mit einer Horde von anderen Leuten ein Foto zu erkämpfen. Ich mag das nicht. Ich tue es lieber auf meine eigene Art und Weise: allein.“

Inspiration

„Vor der Linse meiner Kamera ist alles hell. Das ist, was die Leute sehen. Man weiß, dass es da ist. Wer hinter der Kamera steht, daran denkt man meistens nicht. Deshalb habe ich den Film auch The Dark Side of the Lense genannt. Ich bin mehr Fotograf als Surfer: Ich beobachte und dokumentiere. In einer Gruppe fühle ich mich unwohl, wenn ich mit vielen Leuten reden soll. Dann ziehe ich mich lieber zurück und schaue zu.“

Der Schnitt

„Das ist ein schwieriger Prozess. Man muss mit jeder Szene hart ins Gericht gehen. Wir hätten aus dem Material auch leicht einen halbstündigen Film machen können. Wir haben uns alles immer wieder angesehen und so viele Worte weggeschnitten wie wir konnten. Am Ende blieb nur noch die Essenz übrig. Wir wollten, dass noch Zeit zum Atmen blieb. Doch wir waren zu weit gegangen. Jetzt war es zu reduziert. Wir sind beide Perfektionisten und haben zum Teil Nächte damit verbracht uns über lächerliche Details Gedanken zu machen, die im Film gerade einmal eine Sekunde ausmachen.

Der Soundtrack

„Ich ständig am Komponieren. Aber es gab diesen einen Song, den ich geschrieben hatte, als meine Schwester starb. Er kam mir wieder in den Sinn – und blieb. Ich habe alle Instrumente selbst eingespielt und die einzelnen Spuren nach und nach aufgebaut. Das Schlagzeug fiel mir am schwersten. Normalerweise spiele ich zusammen mit meiner Band, aber Nat meinte, es solle es allein machen. Also haben wir die ganze Nacht gespielt und vom Nachmittag bis zum nächsten Morgen um 6 alles aufgenommen. Will hat mir gesagt, was er gut und was er daneben fand und nebenher hat er noch geschnitten. Wir haben versucht, ein Musikstück kreieren, das in der Mischung auf einen Höhepunkt zusteuert und die Story nicht nur einfach gradlinig erzählt. Ich wollte nicht, dass die Musik unabhängig von der Erzählstimme aus- und eingeblendet wird. Die Stimme sollte schon ein Teil der Musik sein und die Bilder unterstützen, quasi als ob die Instrumente mit den Worten streiten würden. Es sollte ein Song und kein Gedicht sein.
 

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