Seb Montaz

Informationen

Name: Seb Montaz
Land: Fankreich
Filme: This Must Be The One

Ein Interview mit Seb Montaz. 


Seb, du bist nicht nur Kameramann und Filmemacher. Du arbeitest auch als Bergführer, balancierst über Slacklines. Ziemlich vielseitig also – hast du auch schon mal B.A.S.E. Jumping ausprobiert?

Nein, das habe ich nicht und ich glaube auch nicht, dass ich es noch tun werde. Alles hat seine Zeit und jetzt, wo ich Vater von zwei Töchtern bin, kommen solche verrückten Sachen für mich nicht mehr in Frage. Ok, verrückt ist es nicht, aber es könnte gefährlich werden. Und ich mache schon genug gefährliche Sachen. Deshalb springe ich nicht von der Felskante. 

Aber all die anderen Sportarten, die man in Deinem Film „This Must Be The One“ sieht, hast Du schon ausprobiert?

Abgesehen vom B.A.S.E. Jumping und Freeflying – ja. Doch Freeskiing mag ich am liebsten. Ich bin ja in Les Arcs aufgewachsen, direkt nebem dem Skigebiet und so war Skifahren, Telemarken und Snowboarden das Natürlichste von der Welt – natürlich auch neben dem Piste!

Wann hast Du Dein Faible fürs Filmemachen entdeckt?

Das war vor 10 Jahren. Damals habe ich auch schon als Bergführer gearbeitet und habe angefangen meine Kunden zu filmen. Aber eigentlich war ein schon immer ein kreativer Mensch und habe das Stück für Stück ausgebaut. Für Bilder und fürs Schneiden habe ich mich schon immer interessiert. Es ist ein ganz natürlicher Prozess und jedes Projekt, das man anfasst, wird hoffentlich ein bisschen besser als das vorherige.

Die „Bad Slackliners“ – eine Gruppe von französischen Slacklinern – spielen in deinem Film eine große Rolle. Wo habt Ihr Euch kennengelernt?

Wir haben uns auf dem Berg getroffen – natürlich beim Highlinen! Sie fragten mich, ob ich es nicht auch mal versuchen wolle und so balancierte ich dann über meine erste Highline. Dieser Sport hat es mir sofort angetan. Da wird bei mir das meiste Adrenalin ausgeschüttet, das toppte alles andere. Und dann wollte ich auch einen Film über die „Bad Slackliners“ machen. Sie sind extrem talentiert – und ganz und gar nicht verrückt. Sehr clevere und organisierte Leute. Zwei von ihnen haben früher als Ingenieure gearbeitet. Sie kalkulieren auch beim Highlinen alles was sie tun. Es sieht vielleicht riskant aus, aber für sie ist es ein Risiko, das kontrollierbar ist.

Was hältst Du von Solos, vom Highlining ohne Sicherungsseil?

Es gibt nur sehr wenige Leute, die es wirklich machen. Ich kenne ein paar Leute, die „Skyliners“, aber sie filmen kaum und reden auch nicht sehr oft über das, was sie da tun. Solos sind eine sehr persönliche Sache. Einmal habe ich ein Solo von einem Typen gefilmt und war mir danach nicht sicher, ob ich es überhaupt veröffentlichen soll. Ich kannte ihn nicht, bin ihm nur dieses eine Mal begegnet. Er tauchte einfach auf, sagte zu mir, dass er gerne ein Solo machen würde und ich fragte ihn, ob ich es filmen dürfte. Der Kerl war super kontrolliert, keine Spur von Angeberei. Er war gut drauf an diesem Tag und lief insgesamt sechsmal über die Highline – und dann war er auch schon wieder verschwunden. Keine Ahnung, was ihm dabei durch den Kopf ging, ob es ein Erfolg werden würde. Das war ein sehr persönliches Erlebnis.

Was macht eine gute Highline aus?

Erst einmal muss man einen guten Spot finden und das ist gar nicht so einfach. Die Länge ist entscheidend. Ab 50 Metern wird’s eine zu große Herausforderung. Und dann sollte die Umgebung auch noch gut aussehen. Deshalb war das Mont Blanc Massiv eigentlich perfekt. In Paris haben wir ja zwischen zwei Wolkenkratzern („Les Mercuriales“) gedreht. Das war von hinten bis vorne durchorganisiert, also keine Guerilla-Aktion. Ansonsten hätte wir das Gebäude gar nicht betreten dürfen. Einer der Slackliner fragte also den „Big Boss“ – ein ziemlich hohes Tier, denn beiden Wolkenkratzer gehören zu einem großen internationalen Konzern – ob wir dort filmen dürften. Wir hatten Glück: der Verantwortliche war total begeistert und gab uns die Erlaubnis alles zu tun, worauf wir dort oben Lust hatten.

Wie würdest Du Deine Art Filme zu machen beschreiben?

Was ganz wichtig ist: ich versuche unsichtbar zu sein. Egal, ob es sich um Wingsuitflying, B.A.S.E. Jumping oder sonst etwas handelt: ich möchte die Sportler nicht beeinflussen. Sie sollen sich auf ihr Vorhaben konzentrieren und völlig frei in ihren Entscheidungen sein. Manchmal bitte ich sie ein bisschen zu warten, bevor sie auf die Slackline steigen, damit ich Zeit habe die Schärfe zu ziehen und die Kamera startklar zu bekommen. So gesehen müssen sie etwas geduldiger sein, wenn ich dabei bin. Abgesehen davon tun sie nichts, was sie sonst nicht auch machen würden. Es ist wichtig, diese entscheidenden Momente zu respektieren. .
 

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