Baffin Babes

Informationen

Name: Baffin Babes
Sport: Abenteuer
Vera (30 Jahre), Emma (28 Jahre), Ingebjoerg ( 29 Jahre) und Kristin (30 Jahre) haben eines gemeinsam: Sie lieben die Natur und sind am liebsten Outdoor unterwegs!

Vera leitet ihr eigenes Expeditions-Unternehmen Vega Expeditions und organisiert Reisen nach Spitzbergen, Grönland, die Antarktis und nach Afrika. Ingebjörg hat für die Expedition in Baffin Island für ihr Lehramt-Studium pausiert. Sie führt eigene Touren in Spitzbergen und den Lofoten (Norwegen). Kristin ist freie Journalistin und Fotografin und bringt meistens ihre Kamera mit auf Tour. Emma studiert Sozialwissenschaften in Götheburg. Sie war schon viel auf der Welt unterwegs – in Skandinavien, Kanada, Südamerika und Neuseeland.

Interview mit Emma von den Baffin Babes

Übernommen von Mountainfilm: www.mountainfilm.org

Was hat Euch zu dieser Expedition bewegt?

Unsere Liebe und Leidenschaft für Outdoor-Unternehmungen. Wir haben schon immer davon geträumt lange Zeit mal einfach nur draußen in der Natur zu leben. Natürlich war es auch das Abenteuer an sich, wir wollten an unsere Grenzen gehen.

Was war das härteste an der Expedition? Was war das Tollste?

Der härteste war tatsächlich der letzte Tag, an dem klar war, dass alles vorbei ist. Wir waren alle sehr traurig und sind extra langsam gelaufen, weil keiner wollte, dass unser Abenteuer vorbei ist.

Während der Tour gab es natürlich auch sehr harte Herausforderungen, zum Beispiel mit der extremen Kälte umzugehen. Und der Moment, als wir über einen Gletscher Ski gefahren sind und sich um uns herum in allen Richtungen Gletscherspalten öffneten – dazu hatten wir an dem Tag noch eine sehr schlechte Sicht.

Am besten war das Gefühl der Freiheit nach langer Zeit endlich einmal nur draußen in der Natur zu sein. Wir haben uns so lebendig gefühlt und waren einfach in der Gegenwart zu Hause. Das Skifahren war für mich eine gleichmäßige, meditative Bewegung und das habe ich dann auch noch alles mit meinen Freunden teilen dürfen – einfach der Wahnsinn! Weitere Highlights waren auf jeden Fall die Aktionen als wir in einem Loch im Eis gebadet haben, auf den Broad Preak geklettert sind und als wir einen Polarbären aus nur 30 Meter Entfernung gesehen haben.

Hattet Ihr wirklich 21 Kilogramm Schokolade mit dabei? Was habt Ihr noch so gegessen?

Wir hatten fast 32 Kilogramm Schokolade dabei! Wenn Du Vera und Kristin fragst war das immer noch zu wenig – sie lieben Schokolade! Wir mussten uns vorher Fettpolster anlegen, natürlich haben wir auch jeden Tag viele Kalorien zu uns nehmen müssen. Morgens hat jeder 4 Deziliter Haferbrei gegessen, dazu Öl und Nüsse, das ist eine riesen Portion! Während des Tages gab es 100 Gramm Schokolade, 2 Protein Powerbar-Riegel und 2 Liter warme Flüssigkeit, die haben wir während des Tages getrunken. Zum Abendessen hatten wir eine doppelte Portion getrocknete Tiefkühlkost mit Öl dazu, damit wir genug Kalorien hatten. Aber wir haben uns immer gewünscht noch mehr zum Essen zu haben!

Nach so einer Expedition muss das „normale“ Leben für Euch ja wieder ganz schön gewöhnungsbedürftig sein. Bleibt ihr aktiv und abenteuerlustig?

Nach 3 Monaten wieder in die Zivilisation zu kommen war ein richtiger Schock. Ich bin aus dem Bus gestiegen und musste pinkeln und wollte schon fast meine Hose runterlassen, als mir klar wurde, dass ich gerade mitten in der Stadt bin. Also habe ich eine Toilette gesucht, hatte aber kein Geld und dann bin ich zu einem Geldautomat aber ich hatte meine PIN vergessen. Die für mein Handy hatte ich auch vergessen! Als ich nach Hause fahren wollte habe ich erst mal viermal die falsche Bahn genommen, bis ich dann endlich in der richtigen saß. Als ich dann an meiner Haustür stand hatte ich keinen Schlüssel dabei.

Für mich ist Outdoor-Sein Teil meines Lebens. Ich versuche mein Leben so einzurichten, dass ich möglichst viel draußen bin und das tun kann was ich liebe. Im Sommer lebe ich im Norden in Norwegen wo ich Klettern und Kajaken kann und im Winter ziehe ich in die Berge, wo ich jeden Tag Ski fahre. Ich denke der Trick ist, sich nicht zu sehr mit Arbeit einzudecken und sich Zeiten zu setzen. Abenteuer müssen keine langen Expeditionen sein, man kann im täglichen Leben jede Menge Abenteuer haben!

Seit Ihr wieder von der Expedition zurück seid, habt Ihr viele Vorträge gehalten und einige Preise für Euer Abenteuer bekommen. Was wollt Ihr den Menschen mitgeben?

Wir wollen die Menschen motivieren raus zu gehen an sich selbst zu glauben und seine Träume zu leben. So ein Abenteuer macht Spaß und man kann es genießen! Es ist nicht nur hart und schwer, man muss kein Superheld sein um so etwas zu tun. Wir sind ganz normale Mädels die es lieben draußen in der Natur zu sein.

Was glaubst Du ist an einem reinen Frauenteam anders als an einem Männerteam?

Das ist schwer zu beantworten. Ich glaube persönliche Unterschiede machen mehr aus als Geschlechterunterschiede. Wir hatten keinen Expeditionsleiter, was für uns sehr wichtig war – wir waren alle gleich. Vielleicht haben Männer in ihren Teams mehr Hierarchie. Wir haben von Anfang an viel über unser Vorhaben gesprochen, Frauen sind da vielleicht doch etwas kommunikativer und vor allem: Frauen haben mehr Spaß ;-)

Warum gibt es nicht mehr Frauen die solche Expeditionen machen?

Es gibt schon einige Frauen die wirklich coole Sachen draußen machen und es lieben unterwegs zu sein. Aber es stimmt, die Outdoor-Branche ist immer noch Männer-dominiert. Der typische Abenteurer ist ein großer Mann mit eisbehangenem Bart. Ich glaube in der heutigen Gesellschaft werden Jungs mehr dazu animiert an sich selbst zu glauben und haben es dadurch leichter ihre Outdoor-Leidenschaft auszuleben. Es braucht Selbstbewusstsein wenn man auf unbegangenen und unbekannten Wegen loszieht, das muss man erst mal seinem Sponsor verkaufen!

Wir wurden als Frauen-Expeditionsgruppe richtig gut unterstützt, aber wir haben auch blöde Kommentare zu hören bekommen. Vor allem von Männern mittleren Alters – sie meinten wir würden das nicht schaffen. Wir wären nicht stark genug und nicht in der Lage mit einem Gewehr umzugehen. Das kann Dich natürlich runterziehen, deshalb ist es ganz wichtig dass man an sich selbst und an sein Projekt glaubt!

Was steht als nächstes an?

2012 werden wir wieder einige große Trips machen. Es ist alles noch nicht in trockenen Tüchern, aber was ich schon verraten kann: Auf unseren Expeditionen werden wir auf jeden Fall wieder Ski fahren, spektakuläre Orte besuchen und eine Menge Spaß haben! Ihr könnt uns auf Facebook begleiten und wisst dadurch immer gleich Bescheid, wenn es was Neues von uns gibt!

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